Keine Libido mehr
Hallo,
durch Google bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe sehr interessiert die Beiträge gelesen.
In der Beziehung von mir (39) und meinem Partner (44) läuft Sexmäßig nichts mehr...
Unser Problem ist Folgendes:
Ich weiß, dass er nicht unerhebliche Probleme mit der Prostata hat und deswegen auch in Behandlung war/ist. Was nun genau diagnostiziert wurde, weiß ich nicht. Seine Prostata sei eben "kaputt". Auf jeden Fall muss er SEHR häufig zur Toilette (mindestens jede 30 Minuten tagsüber) - auch nachts mehrere Male - was ihn natürlich schon sehr belastet und nervt. Aufgrund dieses "Prostataschadens" bleibe Restharn in der Blase zurück, was immer mal wieder zu Schmerzen in der Blase/den Nieren führt.
Wir hatten zu Anfang immer regelmäßigen Sex, wenn auch immer etwas kurz für meinen Geschmack (da kaum Vorspiel). Nun ist das ja nicht das wichtigste in einer Beziehung und ich nahm mir vor, erst einmal abzuwarten. Nach mehreren Monaten habe ich mich ganz vorsichtig an das Thema herangetastet und erst einmal nachgefragt, welche Bewandtnis es den hätte, dass er immer nur mit Kondom mit mir schlafen wolle (ich verhüte mit der Pille). Die - für mich - extrem verblüffende Antwort war, er hätte ohne Kondom Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Auf meine Nachfragen reagierte er abweisend, ja sogar aggressiv, er hätte eben Probleme mit der Prostata, die mit Kondom weniger stark ausfallen würden. Daher könne er auch nicht so lang.... (was für mich ja auch kein Problem war). Auf meine Frage, warum dann andere Spielarten der Sexualität, die ja nun auch ein ähnliches Maß an "REibung" erzeugen, ohne Kondom möglich seien, erhielt ich überhaupt keine Antwort.
Als ich einige Zeit später noch einmal vorsichtig auf das Thema zurückkam (ich wusste ja nicht, was ich tun und lassen konnte, um eventuelle Schmerzen zu vermeiden), erfuhr ich dann, dass es immer dann besonders heftig würde, wenn "es" zu lange dauern würde, denn dann müsse er ja bald wieder aufs Klo... usw. Ich war der Ansicht, das sei doch auch für ihn kein sehr angenehmer Zustand, ob man da medizinisch nichts dagegen unternehmen könne. Wieder war die Reaktion abwehrend/aggressiv. Da sei nichts zu machen, er sei schon so oft beim Arzt gewesen, operieren lassen wolle man(n) sich eben nicht so schnell. Wenn mir Sex so wichtig sei, dann solle ich mir eben einen anderen suchen... (Ich erkenne bei diesen "Gesprächen" meinen sonst so liebevollen Partner nicht wieder, glaubt mir!) Ich bat ihn darum, Sex dann eben auf "andere" Weise als Geschlechtsverkehr für mich befriedigender zu machen, habe auch ganz konkrete Vorschläge gemacht... Keine Reaktion!
Es wurde immer schlimmer. Mittlerweilen sind wir so weit, dass zwischen uns so gut wie ÜBERHAUPT kein körperlicher Kontakt mehr stattfindet - also kein Händchenhalten, kein Kuscheln, kein Streicheln (welcher "unschuldiger" Körperteile auch immer), kein In-den-Arm-nehmen. Ab und zu gibts mal ein Bussi, aber das war's auch schon. So geht das inzwischen seit fast einem halben Jahr!!!!!!!!!!!! Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie sehr mich das belastet und wie sehr unsere Beziehung darunter leidet, obwohl ich wirklich versuche, mir meinen Schmerz nicht anmerken zu lassen.
Auch er leidet sehr. Ich weiß, dass er mich sehr liebt und große Angst hat, mich zu verlieren, auch wenn er nicht viele Worte darum macht. Eigentlich weiß ich es, aber dann kommen mir auch wieder Zweifel. Kann das WIRKLICH alles "nur" an diesen Prostata-Beschwerden liegen???? Was meint ihr? Kann es sein, dass ich mich ihm nicht nähern darf, weil ihm JEDE Erektion (und die hat er!) Schmerzen bereitet bzw. er haargenau weiß, dass er Schmerzen haben WIRD, wenn wir intim werden? Inzwischen hat er schon heimlich Tränen in den Augen, wenn ich mich nur aufs Sofa zu ihm lege, um fernzusehen und mich dabei an ihn schmiege.
Kann es vielleicht auch einfach nur ein grundsätzliches Problem sein?
Wie könnte man dieses beheben, ohne gefährliche Medikamente?
Danke schon im Voraus für eure Offenheit
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