Frauen sind zu schüchtern!
Um die Abwechslung in Deutschlands Schlafzimmern ist es nicht gerade gut bestellt: die Mehrzahl der Frauen sind im Bett gelangweilt und zu schüchtern ihrem Partner zu offenbaren, was sie wirklich wollen.
Nur die Hälfte (53%) aller Frauen in Deutschland findet den Mut, mit ihren Partnern über eigene sexuelle Vorlieben zu sprechen. Bei den Männern sieht das Resultat ähnlich ernüchternd aus: 38% fühlen sich zu unsicher, mit ihrer Partnerin über sexuelle Wünsche zu sprechen.
Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle zweite Welle des Durex Sexual Wellbeing Global Surveys unter dem Titel „In The Bedroom“. Bei der größten Studie ihrer Art, durchgeführt im Auftrag des weltgrößten Kondomherstellers, Durex, haben mehr als 26.000 Menschen in 26 Ländern teilgenommen und Fragen zum Themenkomplex des sexuellen Wohlbefindens beantwortet.
78% der Nigerianerinnen und 74% der Mexikanerinnen finden ihr Sexleben aufregend. In Deutschland findet dies nur jede Zweite. Außerdem wünscht sich jede zweite Frau in Deutschland mehr Abwechslung in ihrem Liebesleben.
Dabei scheint es auf den ersten Blick in Punkto Häufigkeit um den Sex in Deutschland gar nicht schlecht zu stehen: Dreiviertel der Deutschen (75%) genießt mindestens einmal pro Woche Sex und mehr als ein Drittel (34%) vergnügt sich drei Mal oder öfter miteinander. Wir lassen uns im Durchschnitt 36 Minuten Zeit für die Liebe, liegen damit im weltweiten Durchschnitt und sogar um drei Minuten vor den Franzosen. Dennoch sind insgesamt lediglich 40% der Deutschen mit der Häufigkeit ihres Liebesspiels zufrieden. 44% der Befragten beklagen sich über zu seltenes Vorspiel - für dieses nimmt man sich hierzulande 18,5 Minuten Zeit, was knapp im weltweiten Schnitt von 17,6 Minuten liegt.
Was wollen Frauen? Die Mehrzahl aller in Deutschland befragten Frauen (67%) schätzt eine sinnliche Partnermassage. Entsprechendes Massageöl findet sich auf jedem zweiten deutschen Nachttisch (51%). Zwei Drittel (71%) der Damen genießt regelmäßig Oralverkehr und 59% verführen ihren Partner in erotischer Unterwäsche. Mehr als jede vierte Frau in Deutschland (27%) masturbiert wöchentlich – im Vergleich zu 53% der deutschen Männer.
Hierzu Frau Dr. med. Ulrike Brandenburg: „Kommunikation ist das A und O in punkto sexueller Zufriedenheit. In der Phase der ersten Verliebtheit klappt alles wie von selbst, aber irgendwann kommen die meisten Paare an einen Punkt, wo ein Gespräch nötig wird. Und dann ist es gut, wenn man sich traut, sich einem solchen Gespräch auch über intime Dinge zu stellen. Viel Kummer in der Sexualität entsteht dadurch, dass Paare nicht miteinander sprechen. Wenn Er Sie jahrelang genau da streichelt oder stimuliert, wo Sie nichts fühlt, Sie ihm dies aber nicht sagt, hat er keine Chance, es ihr nett zu machen. Auch was den Umgang mit geheimen sexuellen Wünschen betrifft, ist es manchmal gut, sich einfach mal zu trauen, dem Liebsten oder der Liebsten davon zu erzählen.“


